Berichte Flüchtlingshilfe


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Flüchtlingshilfe der Ev. Gemeinden in Bad Godesberg

 

Das Bild veranschaulicht ehrenamtliche Initiativen, die im Laufe der letzten zwei Jahre in Anbindung an die ev. Kirchengemeinden in Bad Godesbergs gewachsen sind. Die Angebote werden zum größten Teil von Ehrenamtlichen getragen und geleitet und richten sich an geflüchtete Menschen in Bad Godesberg.

 

Aus den dargestellten Initiativen der Kirchengemeinden gehen darüber hinaus zahlreiche individuelle Unterstützungsleistungen durch Ehrenamtliche hervor, die so vielfältig und zahlreich sind, dass sie in diesem Schaubild nicht aufgeführt werden.

 

Bei Fragen setzen Sie sich gerne mit der Koordinatorin, Fr. Hübner-Fekiri, in Verbindung.


Projekt "Keine Angst vor Deutsch - für geflüchtete Mütter mit ihren Kindern"

Seit Januar 2017 werden in den Räumen der OGS Paul-Klee-Schule im dritten Semester geflüchtete Mütter aus Bad Godesberg mit ihren Kindern sprachlich gefördert. In vier Kursen werden von montags bis Freitag Vormittags ca. 40 Frauen im Rahmen von Deutschkursen vom Haus der Familie der Thomas-Kirchengemeinde unterrichtet.

 

Parallel bietet die Ev. Erlöser-Kirchengemeinde eine Kinderbetreuung und das Haus der Familie und Känguru e.V. frühkindliche Sprachförderungsgruppen für die Kinder der Kursteilnehmerinnen an. Ehrenamtliche unterstützen insbesondere die Kinderbetreuung.

 

Ein großer Teil der geflüchteten Familien in Bonn lebt in Bad Godesberg. 700 Menschen befinden sich in städtischer Unterbringung (Stand Mai 2017) in Bad Godesberg. In etwa die gleiche Anzahl lebt bereits in privat angemieteten Wohnungen oder bei Freunden oder Verwandten. Darunter auch eine hohe Anzahl motivierter Mütter mit Kindern zwischen 0 und 6 Jahren. Kindergartenplätze und Integrationskurse in Bad Godesberg sind rar. Mit dem Projekt der ev. Flüchtlingshilfe "Keine Angst vor Deutsch" möchten wir Mütter mit ihren Kindern auf den Einstieg in einen  Integrationskurs und/oder in die Kindertageseinrichtung sprachlich vorbereiten.

Die Kursleitungen und ehrenamtlichen Unterstützerinnen machen Kinder und Mütter für verschiedene Alltagssituationen fit, in denen Grundkenntnisse der deutschen Sprache gefordert sind (Schule, Kindergarten, Einkauf, Behörden, Ärzte etc.).


Sprachbegleiter gesucht!

Ein großes Anliegen Geflüchteter ist die Kontaktmöglichkeit und Vernetzung mit Deutsch-Muttersprachlern. Die meisten Flüchtlinge sind bereits gut in Sprachkursen untergekommen und auf dem Weg solide Grundkenntnisse der Deutschen Sprache zu erwerben. Außerhalb der Sprachkurse sprechen die Teilnehmer jedoch ihre Muttersprache und halten sich im Kreise ihrer Familien auf. Die Schüler wissen, dass sie Erlerntes im Alltag üben müssen. Oft fehlt ihnen der Mut und die Kontaktmöglichkeit dazu. Im Rahmen von Konversations- und Vernetzungsmöglichkeiten versucht die ev. Flüchtlingshilfe auf diesen Bedarf zu reagieren.

 

"Sprachbegleitung" findet so auf verschiedenen Ebenen statt.  Zum einen in Anbindung an einen bestehenden Kurs, der sich einmal pro Woche gemeinsam mit Lehrer und Sprachbegleiter als reines Konversationsangebot darstellt. Zum anderen kann eine Sprachbegleitung in einem individuell verhandelten Zeitfenster einmal pro Woche stattfinden.

 

Die ev. Flüchtlingshilfe sucht dringend nach mehr "Sprachbegleitern", die offen, neugierig und fließend in Deutsch sind und ein kleines Zeitfenster unter der Woche einrichten möchten, um einfache Dinge mit Schülerinnen und Schülern zu führen.


Begegnungscafé Riemenschneiderstraße

Das ehemalige Studentenwohnheim in der Riemenschneiderstraße wird seit ca. einem Jahr von Geflüchteten bewohnt. In Kooperation mit der Stadt Bonn haben ehrenamtliche Unterstützer der Flüchtlingshilfe Friesdorf den ehemaligen Partykeller der Studenten in Schuß gebracht, der Bewohnern, Ehrenamtlichen, Haus der Familie und Jugendamt als Raum der Begegnung dient. Neben einem freizeitpädagogischen Angebot und einer Spielgruppe für Eltern mit ihren Kindern finden dort ehrenamtliche Angebote statt, wie beispielsweise jeden Freitagnachmittag ein "Spielen und Sprechen" für Eltern mit ihren Kindern und jeden letzten Montag im Monat ein Begegnungscafé.

 

Das Begegnungscafé dient als Begegnungsstätte für Ehrenamtliche und Bewohner, um einfache Gespräche in Deutsch aufzubauen und Menschen zusammenzuführen. Die Organisatorinnen und Teilnehmer sorgen für ein Buffet und bieten Tische für vielfältige Interessen an. So gibt es z.B. einen Tisch für Erwachsene, die gerne Gesellschaftsspiele mögen, einen Tisch für Kinder, die gerne malen und basteln, einen Tisch für Bewohner und Unterstützer, die helfen Lebensläufe zu schreiben und einen Tisch für Unterstützer und Bewohner, die miteinander in Kontakt gebracht werden, um im Unterricht Erlerntes in Dialogen zu festigen.


Heimisch werden

Es war liebevoll weihnachtlich gedeckt und es herrschte freudige Stimmung bei den Ehrenamtlern und den geflüchteten Familien im Axenfeldhaus und im alten Gemeindesaal. Kantor Frommelt begleitete die Adventsfeier des Café Contact, die von Frau Schauhoff, Frau George und dem Ehrenamtsteam organisiert worden war. Unter dem Weihnachtsbaum lagen Pakete, schön bunt, vom Kindergarten gepackt; doch erst musste nach alter Art gesungen werden, Worte aus dem Lukasevangelium wurden gelesen und Worte der Engel an Maryam, der Mutter Isas, aus dem Koran wurden gesprochen, singend gesprochen.

 

Dem "Stern über Betlehem" konnten alle Kinder auf der Leinwand folgen, auch wenn sie vielleicht das Deutsch der Weihnachtsgeschichte noch nicht verstanden. Hirten, Weise, der kleine Stall mit dem Jesuskind - wir freuten uns alle an dem Wunder und sangen "Ehre sei Gott in der Höhe", dank Herrn Frommelt mit kräftigem Klang.

Renate Schmidt-Petri


Brückenbauer

 

"Fastenbrechen im Axenfeldhaus" - ein neues Miteinander des Café Contact - wir konntes es zum Ende des diesjährigen Ramadans erleben!

Nur eine Mahlzeit am Tag nach Sonnenuntergang, so hatte es der Prophet gewollt, kein Getränk trotz großer Wärme, das Unterlassen von schlechten Dingen, eigentlich wissen wir es ja, aber was heißt es, wenn diese harte Zeit zu Ende ist? Wir konnten es erleben!

 

Unser Raum war festlich gedeckt, reich mit Blumen geschmückt, Getränke und üppige Platten daneben angerichtet. Begeisterte Köchinnen hatten Köstliches bereitet: Gemüseplatten, Salate, Fleisch, Teigtaschen - einiges sehr rot, sehr grün, sehr scharf, sehr süß; kein Vergleich zu dem, was wir vomm Team Café Contact dazu gestellt hatten!

 

Wir lernten, dass man mit Datteln und Wasser beginnt und dass nach munterem Essen an langen Tischen ein Gebet den Abend beschließt. Dann folgen an drei Tagen Verwandtenbesuche; zuerst werden die älteren, dann die jüngeren und zum Schluss die Verwandten besucht, die man bisher nicht angetroffen hatte; so wurde uns berichtet. Das Miteinander mit vertrauten, zu Freunden gewordenen Flüchtlingen aus den verschiedenen Landesteilen Syriens, aus dem Irak, aus versprengten Kurdengebieten machte den langen Abend, an dem auch die Kinder teilnahmen, zu einem beglückenden Erlebnis.

Renate Schmidt-Petri